Innerhalb des Wettbewerbsperimeters findet man unterschiedliche Lagequalitäten vor. Überlagert man die für eine Wohnnutzung attraktiven Kriterien Besonnung und Lärmschutz sowie für die historische Kapelle den Aspekt des Umgebungsschutzes, so erweist sich der nordwestliche Rand des Perimeters als der Bereich, der hinsichtlich einer Bebauung die höchsten Qualitäten bietet: Mit zunehmendem Abstand vom Waldrand im Süden, nimmt die Dauer der Besonnung zu. Mit zunehmendem Abstand vom ungedeckten Autobahnabschnitt im Südosten nimmt die Lärmbelastung ab. Mit zunehmendem Abstand von der Wegkapelle wächst der Schutz ihrer historischen Umgebung.
Ein längliches Volumen, das entlang der nordwestlichen Grundstücksgrenze der Topografie folgt und kontinuierlich ansteigt, konzentriert die neue Wohnnutzung in diesem prädestinierten Bereich. Die Reduktion auf einen kompakten Baukörper vermeidet im Gegensatz zu mehreren Einzelvolumen die gegenseitige Verschattung und Beeinträchtigung der Aussicht, und schafft grosszügige, zusammenhängende Freiraumflächen, die nahtlos in den umgebenden Naturraum übergehen.
Volumetrisch tritt der mäandrierende, in der Höhe gestaffelte und mit Erkern gegliederte Neubau wie eine Verlängerung der natürlichen Bestockung nördlich des Schlundbaches in Erscheinung, welche sich ebenfalls der Falllinie folgend hangabwärts entwickelt. Massstäblich bildet er ein Gegengewicht zum geplanten Gewerbebau und findet auch im näheren Umfeld (Pilatusmarkt, Küchler Technik) verwandte Dimensionen. Südseitig wird dem Wohnungsbau ein kleines Volumen mit Giebeldach vorgelagert, welches mit der Kapelle, der Schreinerei und der Scheune, solange diese erhalten bleibt, in einen Dialog tritt. Dieser vermittelnde Pavillonbau nimmt zur Schlundmattstrasse hin die Gewerbenutzung auf, kombiniert sie mit einem Wohnatelier im Dachgeschoss und einem zur Siedlung orientierten Gemeinschaftsraum.
Die Setzung der neuen Volumina nimmt Rücksicht auf den erhaltenswerten Baumbestand. Dieser wird durch neue Pflanzungen ergänzt und hilft mit, die Neubauten in ihrem hölzernen Kleid in den landschaftlichen Kontext am Waldrand einzubetten.