Das historische Littau entstand auf dem ebenen Plateau zwischen Sonnenberg im Süden und der nördlichen Hangkante. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Bebauung im Osten in Richtung Luzern und im nördlichen Talboden stark ausgebreitet. Im Sinne einer zentrumsnahen Verdichtung soll nun auch der Siedlungsraum westlich vom Dorfkern von Littau im Gebiet Tschuepis und Jodersmatt längerfristig mit rund 360 Wohnungen erweitert werden.
Mit der Festlegung von Pflichtbaulinien gegen Norden und Westen, welche über 60 Prozent ihrer Länge zu bebauen sind, strebt der Bebauungsplan eine lesbare Siedlungskante an. Gleichzeitig ist gemäss neuem Bau- und Zonenreglement eine Gebäudestellung zu wählen, welche der Durchlüftung des Stadtkörpers Rechnung trägt und dem von Süden nach Norden verlaufenden nächtlichen Kaltluftstrom die erforderlichen klimaökologischen Ausgleichsflächen zur Verfügung stellt.
Aus diesen beiden primären konzeptionellen Vorgaben leitet sich die vorgeschlagene städtebauliche Volumensetzung ab. Während der Baubauungsplan nur zwischen den Baubereichen jeweils einen extensiv genutzten Freiraum ausspart, welcher als Landschaftsfenster und Durchlüftungskorridor dient, sieht unser Konzept je einen zusätzlichen Freiraum mit der gleichen Qualität innerhalb der beiden Baubereiche vor. Diese Freiräume werden von einem punktförmigen und drei länglichen Volumen aufgespannt, welche sich im Süden mit ihren stirnseitigen Zugängen an die neue Erschliessungsachse adressieren und im Norden mit ihren Stirnfassaden den Siedlungsrand markieren. Auf das leicht abfallende Terrain reagieren die Längsbauten mit einer Höhenstaffelung, welche ihre Massstäblichkeit dem Punktbau annähert und gleichzeitig ebenerdige Ausgänge zu den extensiv genutzten Zwischenräumen ermöglicht.
Die vorgeschlagene alternierende Abfolge von Freiraum und Volumen begünstigt nicht nur eine klimatische Durchlüftung des neuen Quartieres, sondern lässt dank visueller Durchlässigkeit auch das bestehende Quartier weiterhin an der Fernsicht teilhaben.